K08 ist ein Startpunkt
K08 war ein ambitioniertes Ausstellungsprojekt und endete am 02.11.2008. Die Internetpräsentation wird nach ... mehr >
K08 Projektblogs
Letzer Eintrag 27.11.2008

DAS PROJEKT Konzept

Die von Maria Lassnig und Arnulf Rainer 1951 in der Pariser Galerie Nina Dausset besuchte Ausstellung „Véhémences confrontées“ sowie „konfrontationen 66“, der erste Überblick über die junge Kärntner Generation in der Galerie Hildebrand in Klagenfurt, standen Pate für den Titel der Ausstellung. Diese präsentiert ab 8. Juli an 9 Standorten sowie im Stadtraum Klagenfurt, Kunst aus Kärnten von 1945 bis zur Gegenwart und setzt damit die 2004 realisierte Schau „Eremiten-Kosmopoliten: Moderne Malerei in Kärnten 1900 – 1955“ fort, jedoch erweitert um die Bereiche Skulptur, Objektkunst, Fotografie Videokunst und Architektur. An den Standorten werden jeweils thematische Schwerpunkte gesetzt. So wird im Museum Moderner Kunst Kärnten zunächst der Aufbruch zur abstrakten Malerei nach 1950 mit Werken von Hans Bischoffshausen, Johann Fruhmann, Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer und Hans Staudacher dokumentiert, sowie mit Skulpturen von Otto Eder, Anton Marcolin und Othmar Jaindl. Daran schließt sich die Präsentation jener Kärntner KünstlerInnen an, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Konfrontation mit der internationalen Avantgarde suchten und sich in Wien, Paris und New York niederließen, wie Hans Bischoffshausen, Kiki Kogelnik und Maria Lassnig. Neben der Malerei avancierte die Skulptur zu einem Leitmedium der Kunstentwicklung nach 1945. Mit der Übernahme der Meisterklasse für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien von Fritz Wotruba durch den Kärntner Bruno Gironcoli begann eine neue Ära. Seine erste Einzelausstellung erhielt der Bildhauer 1967 in der arrivierten Galerie Hildebrand. Arbeiten, die damals zu sehen waren, ergänzt durch Skizzen und Mischtechniken auf Papier werden ebenso präsentiert, wie die Plexiglasskulpturen von Cornelius Kolig, der mit diesen Arbeiten Anfang der 70er Jahre in der Tradition der Wiener Avantgarde um Hans Hollein, Hausrucker & Co, Walter Pichler oder Coop Himmelb(l)au stand. Die Malerei steht im Mittelpunkt der weiteren Präsentation mit Arbeiten von Giselbert Hoke, Gustav Janus,
Kurt Kocherscheidt, Peter Krawagna, Valentin Oman, Reimo Wukounig und der jüngeren Generation wie Franco Kappl oder Richard Kaplenig. Einzelpositionen, deren Kunst stets auch einen interdisziplinären Diskurs mit der Literatur und Film zeigt, wie Viktor Rogy und Bella Ban, werden ebenso mit Werken vertreten sein, wie die junge Generation, die in einer steten Überschreitung der Medien arbeitet und die Möglichkeiten der Malerei und Zeichnung an der Grenze zum Objekthaften auslotet, wie Claus Prokop, Heiko Bressnik oder Birgit Pleschberger.

Vielfach arbeitet diese Generation auf Basis thematischer Schwerpunkte im Bereich der Objektkunst und Rauminstallation. Dies bildet den Schwerpunkt im Künstlerhaus Klagenfurt. Zentral in diesem Zusammenhang ist das Werk von Meina Schellander und Inge Vavra, die bereits früh eine Verbindung zwischen Raumdiskurs, Grafik und Fotografie formulierten. Daran schließen sich Werke einer jungen Generation wie Luisa Kasalicky, Anja Manfredi und Katarina Schmidl, Ines Doujak, Roland Kollnitz, Nicole Six & Paul Petritsch oder Herwig Turk an, die teilweise neue Arbeiten für das Künstlerhaus konzipieren. Das 1968 gegründete Werner Berg Museum in Bleiburg zeigt im Rahmen von K08 ausgewählte Werke von Werner Berg, die seine formal strenge Bildauffassung exemplarisch aufzeigen. Von diesen Arbeiten ausgehend wird die Rezeption einer reduzierten, formalen Bildauffassung anhand der Werke von Kiki Kogelnik und Wolfgang Hollegha bis hin zu jüngeren zeitgenössischen KünstlerInnen dargestellt so u.a. von Rudolfine Rossmann, Manuel Knapp, Eric Kressnig, Ferdinand Penker, Zorka L-Weiss, Getrude Weiss-Richter, Suse Krawagna und Heimo Zobernig.

Das Schau-Kraftwerk Forstsee der Kelag bei Velden zeigt mit Elke Maier und Gernot Fischer- Kondratovitch zwei Einzelpräsentationen. Ebenso wie die Klagenfurter Alpen Adria Galerie, für die Hubert Lobnig eine Rauminstallation konzipiert. 2008 werden auch erstmals Werke der Bildenden Kunst in den neu adaptierten Räumen von Stift Ossiach zu sehen sein. Die Objekte und Wandinstallationen aus Keramik von Gerold Tusch spielen auf die barocke Ausstattung des Stiftes an. Entsprechend der Nutzung des Hauses als Musikakademie und Veranstaltungsort des Carinthischen Sommers erarbeiten Ramacher & Einfalt Tomas Hoke und Cornelius Kolig ortsspezifische Arbeiten.

Im Museum des Nötscher Kreises setzt K08 den Schwerpunkt auf die Malerei und zeigt, dass eine junge Generation - unbelastet von historischen Vorgaben, - die Themen Landschaft und Porträt wieder aufgreift und in eine zeitgenössische Formensprache übersetzt wie u.a. Alexander Amann, Helga Druml, Guido Katol, Markus Orsini-Rosenberg und Alina Kunitsyna.

Im Napoleonstadel – Kärntens Haus der Architektur wird unter dem Thema „Transfer“ Kärntner Architektur von Kärntner Architekten und internationalen Architekturbüros gezeigt, sowie aus Kärnten stammende Architekten vorgestellt, deren Arbeitsmittelpunkt heute außerhalb Kärntens liegt. Konzipiert wird die Ausstellung durch das Büro SHARE architects ZT KEG, die eine ungewöhnliche und überraschende Präsentation für die 21 ausgewählten Projekte erarbeitet haben.

Der Schwerpunkt im Bildhauerzentrum [kunstwerk] krastal wird naturgemäß auf Arbeiten der Steinbildhauerei liegen, wobei im Bildhauerhaus vor allem auch die Materialüberschreitung  der Werkstoffe Krastaler Marmor und Metall sowie ein Crossover mit der Malerei und der Fotografie thematisiert wird.

Im Rahmen dieser großangelegten Ausstellung wurden auch Kärntner Galerien als Partner gewonnen – Galerie 3 , Galerie Gmünd , Galerie Haus Winkler-Jerabek , Galerie Magnet , Galerie Unart , Galerie Vorspann , Galerie Sikoronja , Ritter Gallery  und Galerie Judith Walker  – die in Einzel- und Gruppenschauen das künstlerische Potenzial von Kärntner Künstlerinnen und Künstlern während der  Ausstellungsdauer von K08 :: Emanzipation und Konfrontation – Kunst aus Kärnten von 1945 bis heute dokumentieren.

Ein Rahmenprogramm  ergänzt die Ausstellungen.